Spielbericht: Schwäbisch Hall Unicorns vs. Regensburg Phoenix

Die Regensburg Phoenix mussten sich am Samstag im OPTIMA Sportpark den Schwäbisch Hall Unicorns mit 13:37 geschlagen geben, zeigten dabei aber über weite Strecken eine leidenschaftliche und kämpferische Vorstellung.

Schon der Auftakt versprach Spannung. Die Unicorns sicherten sich den Münzwurf und entschieden, den Ball erst in der zweiten Halbzeit zu übernehmen. #13 Gary Tyler setzte direkt ein erstes Ausrufezeichen, als er den Kickoff von der eigenen Goalline bis an die 43‑Yard‑Linie zurücktrug. Doch die Offense fand zunächst keinen Rhythmus und musste nach drei Spielzügen punten. Die Unicorns starteten tief aus der eigenen Hälfte, arbeiteten sich aber mit Läufen von Kelley Joiner und kurzen Pässen Stück für Stück nach vorne. Besonders auffällig: #33 Mika Stieger, der Joiner mehrfach im offenen Feld stoppte und die Unicorns immer wieder ausbremste. Als Hall schließlich an der 32‑Yard‑Linie der Phoenix stand, setzte die Regensburger Defense ein erstes Statement. Beim vierten Versuch stoppte die Defense Quarterback Julius Klenk ohne Raumgewinn. Turnover on Downs. Anschließend marschierte die Phoenix‑Offense angeführt von #12 Cameron Yowell und #26 Nebechi Abana kraftvoll über das Feld. Abana fand immer wieder Lücken, Yowell bediente #2 Nicolas Hayes und #14 Jadon Gildersleeve präzise, und ein 7‑Yard‑Run von Abana bei 4th & 3 brachte Regensburg bis an die 17‑Yard‑Linie der Unicorns. Doch die Phoenix mussten ohne Punkte vom Feld. Ein Holding kostete wichtige Yards und der Field‑Goal‑Versuch aus 22 Yards ging knapp rechts daneben.

Kurz darauf folgte der große Moment der Regensburger Verteidigung. Nach einem Pass von Klenk auf Magnus Bumiller erzwang #5 Julian Herrera an der 30‑Yard‑Linie einen Fumble. Stieger reagierte am schnellsten, nahm den Ball auf und sprintete über 74 Yards unaufhaltsam in die Endzone. Ein spektakulärer Defensive‑Touchdown, der Regensburg 6:0 in Führung brachte. Die Unicorns antworteten mit einem konzentrierten und zunehmend dominanten Drive, der das Spielgefühl spürbar kippte. Den Wendepunkt leitete ein beeindruckender 51‑Yard‑Punt‑Return von Rayjuon Pringle ein, der die Unicorns schlagartig in eine hervorragende Feldposition brachte und die Regensburger Defense unter Druck setzte. Von dort aus spielte Hall seine Offensivstärke konsequent aus: Klenk fand zunächst Pringle mit einem präzisen 20‑Yard‑Pass in der Endzone, ein sauber ausgeführter Touchdown, den Timo Bronn routiniert zum 6:7 veredelte. Der Drive war damit jedoch längst nicht beendet. Die Unicorns blieben aggressiv, bewegten den Ball mit kurzen, sicheren Pässen und Läufen weiter nach. Erneut war es Pringle, der sich bei einem Pass aus sechs Yards geschickt freilief und seinen zweiten Touchdown innerhalb weniger Minuten erzielte.

Regensburg ließ sich davon nicht entmutigen und setzte kurz vor der Halbzeit zu einem eigenen, langen und geduldigen Drive an. Yowell führte die Offense mit kurzen Pässen und einem starken 19‑Yard‑Scramble bis tief in die Redzone. Ein persönliches Foul der Unicorns brachte die Phoenix zusätzlich in eine vielversprechende Position an der 12‑Yard‑Linie. Doch trotz mehrerer Versuche, die Endzone zu attackieren, blieb der entscheidende Durchbruch aus. Beim vierten Versuch an der 3‑Yard‑Linie suchte Yowell erneut Hayes, doch der Pass blieb unvollständig. Ein bitterer Abschluss eines ansonsten starken Drives, der ohne Punkte endete und die Unicorns mit einer 6:14‑Führung in die Pause gehen ließ.

Nach dem Seitenwechsel sorgte Jordan Toles mit einem 48‑Yard‑Kickoff‑Return sofort für Druck. Die Phoenix‑Defense hielt zunächst stand, doch Bronn verwandelte ein 46‑Yard‑Field‑Goal zum 6:17. Regensburg antwortete mit einem langen Drive, getragen von Läufen Abanas und einem 24‑Yard‑Pass auf Gildersleeve, doch ein Sack von Neville Krüger stoppte den Vorstoß und zwang die Phoenix zum Punt.

Im Schlussviertel spielten die Unicorns ihre Offensivstärke voll aus. Erst fing Pringle seinen dritten Touchdown des Tages. Kurz darauf brach Joiner durch die Mitte, fand eine riesige Lücke und sprintete über 53 Yards unberührt in die Endzone. Ein weiterer 5‑Yard‑Lauf von Mathis Harang erhöhte auf 6:37. Doch die Phoenix gaben sich nicht auf. Tyler übernahm in der Schlussphase das Kommando, setzte selbst wichtige Akzente im Laufspiel und führte die Offense mit Entschlossenheit über das Feld. Nach mehreren kurzen Pässen und einem starken 15‑Yard‑Scramble fand Tyler schließlich Hayes mit einem präzisen 38‑Yard‑Touchdown‑Pass. Ein sehenswerter Abschlussdrive, der die Moral der Mannschaft unterstrich. Der erfolgreiche Extrapunkt verkürzte auf 13:37.

Der anschließende Onside‑Kick wurde von den Unicorns gesichert, die das Spiel durch Abknien beendeten. Trotz der Niederlage zeigten die Phoenix eine kämpferische Leistung, starke defensive Momente sowie einen späten offensiven Lichtblick, der Mut für die kommenden Aufgaben macht.

Head Coach Derrick Wilson fasste die Leistung seines Teams nach dem Spiel zusammen: „Wir haben genau das getan, was wir uns vorgenommen hatten: die Saison stark zu Ende zu bringen. Wir wollten einfach Phoenix Football spielen und stark abschließen und genau das haben wir getan.“

Fotos: Mike Hofmann